Die Schulleiterin des Berufskollegs Fremdsprachen (BKFR) am Kolping-Bildungszentrum Heilbronn, Helena Leuven, beantragte im Rahmen des Programms Erasmus+ Fördergelder bei der EU, die für bildungsgebundene Auslandsvorhaben vergeben werden.
Dreizehn Schülerinnen und Schüler profitierten davon und durften drei Wochen in London verbringen, in einer Gastfamilie leben und dabei täglich am Unterricht in einem College teilnehmen. In einem aufwändigem Bewerbungsverfahren wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt – es gab doppelt so viele interessierte Bewerber wie zur Verfügung stehende Plätze!

Nach intensiver, fast einjähriger Vorbereitungszeit, konnte es am 18. März 2018 für die dreizehn Absolventen endlich losgehen. Die Gastfamilien standen fest, man war alleine oder zu zweit untergebracht, dies konnte man sich vorher aussuchen. Die meisten wurden von ihren Gasteltern auf Zeit am Flughafen abgeholt, manche durften sich gleich im
U-Bahnfahren erproben! Die begleitende und betreuende Lehrkraft Anna Hoffmann wohnte während des Aufenthaltes ebenfalls bei einer Familie.
Die Eingewöhnung wurde von der Partnereinrichtung bestens unterstützt, die ersten Abende wurden gemeinsam gestaltet und ein attraktives Rahmenprogramm geboten. Gemeinsame Besuche des Skygardens, des British Museums, des Towers oder auch die abendlichen Besuche am Piccadilly Circus, China Town oder Trafalgar Square waren sehr beliebt.

Am Morgen ging es ins European College of Business and Management (ECBM College), nördlich der Themse im Herzen Londons. Hier sollten die Schülerinnen und Schüler in den folgenden drei Wochen den größten Teil ihrer Zeit verbringen und ihre Kompetenzen und Fähigkeiten stärken, Verhaltensweisen erkennen und verbessern und Wissen vermittelt bekommen. Kurse wie „Projektplanung und Präsentationsfähigkeiten“, „Kommunikation am Arbeitsplatz“ oder „Werbung und Marketing in Großbritannien“ waren ein Teil des Unterrichts. Bereits in der Vorbereitungsphase zuhause wurden Themen wie „Modern British Politics and Economy“, „Business Ethics“, „Marketing and Advertising in the UK“ praxisnah und interkulturell behandelt.
Auf zahlreichen Exkursionen lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Stadt kennen. Der Besuch der deutsch-britischen Handelskammer blieb dabei allen sehr positiv im Gedächtnis, was am hervorragenden Vortrag des Referenten gelegen hat!

Für Fabienne, Kerim und Jonas vergingen die drei Wochen wie im Flug. Sie fühlten sich wohl in ihren Gastfamilien, trotz ganz unterschiedlicher Lebensweisen. Fabienne wohnte mit einer Klassenkameradin bei einer alleinlebenden Geschäftsfrau, die mit zwei Hunden im Stadtteil Woodford Green lebt und mit den beiden Mädchen jeden Abend gemeinsam gekocht und gegessen hat. Kerim und Jonas waren bei Familien untergebracht, die aus Sri Lanka stammen und für die das Familienleben einen sehr hohen Stellenwert hat. Für die beiden Jungs war die typisch ceylonesische Küche ein neues Geschmackserlebnis, das sie nicht missen möchten. Die familiäre Atmosphäre und die zahlreichen anregenden Diskussionen um das alltägliche Leben in Großbritannien, den Brexit, Fußball oder das englische Königshaus ließ ein Heimwehgefühl gar nicht erst aufkommen.

Die Entscheidung, am Erasmus+-Programm teilzunehmen, hat keiner der drei bereut. Jeder hat für sich davon profitiert, sei es durch den Gewinn an englischen Sprachkenntnissen, besonders in Wirtschaftsenglisch, oder für sich ganz persönlich. Fabienne hat eindeutig an Mut und Vertrauen in sich selbst gewonnen, Kerim faszinierte die Weltoffenheit und lässige Art der Engländer und Jonas ist selbstständiger und gelassener zurück gekommen.

Aber die Schülerinnen und Schüler profitieren auch ganz praktisch von einem Erasmus+-Aufenthalt. Sie erhalten nach bestandener Abschlussprüfung ein kaufmännisches Zertifikat (KIC), das Professional Development Certificate der deutsch-britischen Handelskammer (AHK UK) sowie das Zertifikat des European College of Business and Management.

Für alle teilnehmenden Absolventen steht fest, dass diese Reise ein Gewinn war, sie sie jederzeit wiederholen würden und natürlich allen Schülerinnen und Schülern weiter empfehlen.